Gesundheit -Narkose beim Windhund-

Auf dieser Seite möchte ich Sie über aktuelle Themen,

wie Reisekrankheiten, Impfungen und Vorsorge informieren.

 

Zudem bedanke ich mich bei Dr. med. Hans-Günter Stanke,

der mir seinen Artikel "Windhund & Narkose" freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


Windhund & Narkose

Artikel geschrieben von Dr. med. H.-G. Stanke

 

Nachfolgend eine Kopie meines Artikels aus dem Jahre 1998 über Narkose beim Irish Wolfhound;

die allgemeinen Schlussfolgerungen gelten übrigens für alle Windhunde,

wobei noch zu ergänzen ist, dass die Verwendung von Barbituraten beim Windhund

(wegen nachweislich tödlicher Wirkung beim Greyhound) strikt zu unterlassen ist:

 

Narkose bei Irish Wolfhounds

 

Die Durchführung einer Narkose bei einem IW ist schwierig;

diese bittere Erfahrung haben schon viele Besitzer machen müssen.

Warum eigentlich?

Erstens neigt man das Gewicht eines IW falsch hoch einzuschätzen;

viele Besitzer (und auch Tierärzte) überschätzen das Gewicht ihres Hundes.

Also muss der Hund vor einer Narkose immer gewogen werden.

Das auch eine Basisuntersuchung (Abhören

von Herz und Lunge) obligat ist, bedarf wohl keines besonderen

Hinweises. Zweitens unterscheidet sich der IW (wie auch andere -insbesondere

große Windhundrassen) erheblich von anderen Hunden: Das Verhältnis von

Fett zu Muskulatur ist zugunsten der Muskulatur deutlich verschoben.

Viele Anästhetika aber werden im Fettgewebe gespeichert. Fehlt dieses,

kommt es zu einem viel

höherem Blutspiegel. Das heißt, die Dosierung nach KG Körpergewicht führt

bei einem IW oft zu einer Überdosis mit fatalen Folgen.

 

Empfehlungen für die Praxis:

Ich kann mir erlauben, über dieses Thema zu schreiben.

Ich bin seit über 10 Jahren Facharzt für Anästhesie. Ich darf zwar

nach dem Tierschutzgesetz keine Narkosen bei Tieren durchführen,

habe aber im Rahmen eines Forschungsprojektes der Universität mit

entsprechender Sondergenehmigung Narkosen bei Hunden gemacht und dies

vorher unter tierärztlicher Aufsicht gerlernt.

 

Zu empfehlen ist die Narkoseführung "nach Wirkung", d.h. kleine Mengen

eines kurzwirksamen Anästhetikums werden wiederholt gegeben, bis die

gewünschte Wirkung eingetreten ist. Am einfachsten geht dies mit einem

Narkosegerät:

Der Hund wird mit einem kurzwirksamen Schlafmittel

(z.b. Propofol, Handelsname Rapinovet) leicht betäubt; dann wird unter

Lokalanästhesie ein Gummischlauch (Tubus) in die Luftröhre eingelegt.

Dieser wird mit dem

Narkosegerät verbunden und dann atmet der Hund Narkosegase

(wie Isoflurane und Lachgas) ein. Die Narkose kann so ganz einfach

 gesteuert werden. Kommt es zur häufigsten Komplikation einer

Überdosierung -dem Atemstillstand-, kann der Hund ganz einfach mit dem

Narkosegerät künstlich beatmet werden. Herz und Kreislauf sollten mit einem

Pulsoximeter (das ist ein Gerät, das den Sauerstoffgehalt des Blutes mit Licht

durch die Haut hindurch messen kann; dabei wird auch der Puls gezählt und

ein Mindestblutdruck ist zur Funktion erforderlich) überwacht werden.

Supplementiert werden kann eine solche Narkose durch Medikamente,

deren (gefährliche) Wirkung man durch Injektion eines Gegenmittels wieder

aufheben kann (z.B. Polamivet). Unter einem solchen Medikament können

auch kleine Eingriffe, die keine tiefe Bewußtlosigkeit erfordern, durchgeführt

werden; aber auch hier gilt: Dosierung nach Wirkung (oder entsprechender Erfahrung!!!).

 

Die Durchführung einer sicheren Narkose bei einem IW erfordert also

einmal eine (teure) technische Ausstattung des Tierarztes und zum Anderen

auch dessen Erfahrung (oder zumindest die Bereitschaft, sich durch

einen erfahrenen Kollegen beraten zu lassen).

 

Ich hoffe, ihr Hund braucht nie eine Narkose!



 

Dr. H.-G. Stanke



Reisekrankheiten beim Hund

Reisekrankheiten beim Hund  -Das sollten Sie wissen-

 

In fast allen Regionen mit mediterranem Klima wie zum Beispiel in Frankreich, Spanien und Italien aber auch in gemäßigteren Zonen können Parasiten, die es bei uns nicht oder kaum gibt, für den Hund zur Gefahr werden. Die durch Mücken, Sandfliegen oder Zecken übertragenen Mittelmeerkrankheiten wie Babesiose, Ehrlichiose und Leishmaniose können in ihren Symptomen unspezifisch sein. Daher ist die Infektion oft nicht sofort erkennbar. Oft brechen die Krankheiten lange nach der Urlaubsreise aus, so dass die ersten Anzeichen gar nicht mehr mit dem Urlaub in Verbindung gebracht werden. Einige der Krankheiten sind nur schwer und langwierig zu behandeln, manche können tödlich enden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt sein Tier am besten nicht in die Risikoländer mit. Denn den absoluten Schutz gibt es nicht. Wer lieber mit dem Vierbeiner verreist, sollte sich vor Antritt der Reise über vorsorgliche Maßnahmen bei seinem Tierarzt informieren und das Tier nach der Reise eventuell auf die Krankheiten testen lassen.

 

Info zu Leishmaniose:

http://de.wikipedia.org/wiki/Leishmaniose



Info zu Babesiose:

http://de.wikipedia.org/wiki/Babesiose_des_Hundes

 

Info zu Ehrlichiose:

http://de.wikipedia.org/wiki/Canine_Ehrlichiose

 

Info zu Anaplasmose:

http://de.wikipedia.org/wiki/Canine_Anaplasmose

 

Info zu Filarien:

http://de.wikipedia.org/wiki/Filarioidea